Baustromversorgung – Wenn der Strom nicht fließt!

By 22. August 2017Energie
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Baustromversorgung – Wenn der Strom nicht fließt!

Bevor der Strom auf der Baustelle fließt, läuft gar nichts. Daher ist Baustrom das wichtigste Element der Baustellenversorgung. Grundsätzlich gilt: ob Groß- oder Kleinbaustelle, bei Strom hört der Spaß auf und die Versorgung darf nur von einem zertifizierten Elektriker durchgeführt werden. Elektrische Anlagen auf Bau- und Montagestellen unterliegen einem hohen Schutzniveau, da sie einer großen Beanspruchung und wetterbedingten Einflüssen, vor allem Feuchtigkeit, während der gesamten Bauphase ausgesetzt sind. Eine regelmäßige fachgerechte Überprüfung ist daher ebenso zwingend notwendig, wie die akribische Einhaltung aller Vorschriften, um eventuellen Gefährdungen vorzubeugen. 

Baustrom – woher
Nach DIN VDE 0100-704 (Errichten von Niederspannungsanlagen: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Baustellen) muss für Baustellen ein gesonderter Speisepunkt eingerichtet werden. Die Energieversorgung wird meist von den Stadtwerken oder einem anderen örtlichen Netzbetreiber übernommen. Hier muss bedacht werden, dass es eine maximale Gesamtleistung gibt, die das Versorgungsunternehmen wissen muss um das passende Netz zuzuweisen. Sind etwa Großgeräte wie Kräne oder Betonpumpen im Einsatz, wird eine weitaus höhere Leistung benötigt. Die gilt natürlich insbesondere für Großbaustellen.

Gefährdungsbeurteilung
Die Gefährdungsbeurteilung ist laut Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) Pflicht auf allen Baustellen und soll bereits vor der Einrichtung und Beschaffung von Arbeitsmitteln begonnen werden. „Dabei sind insbesondere die Eignung des Arbeitsmittels für die geplante Verwendung, die Arbeitsabläufe und die Arbeitsorganisation zu berücksichtigen. Die Gefährdungsbeurteilung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden.“ In die Beurteilung sind folgende Gefährdungen einzubeziehen: Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung, Arbeitsgegenstände.

Sicherheit auf der Baustelle
Für Großbaustellen wie auch Kleinbaustellen ist jedoch eine genaue Planung der Baustromversorgung mit eventuellem Lageplan ein großer Vorteil, um Überraschungen aus dem Weg zu gehen. Hier wird das komplette Baustromsystem mit den dazugehörigen Baustromverteilern, Baubeleuchtung und Heizung geplant, einschließlich der Frage wo der Baustrom bezogen wird. Die Pflicht den Baustrom nur aus zugelassenen Speisepunkten zu beziehen dient keinem geringeren Zweck als dem Schutz für Leib und Leben! Diese Speisepunkte können z.B. ein Baustrom-Anschlußschrank, der Abzweig einer vorhandenen ortsfesten Verteilung, eine Ersatzstromversorgungsanlage oder ein Transformator mit getrennten Wicklungen sein. Favorit ist jedoch der Baustrom-Anschlußschrank. Er ist ausgestattet mit plombierten Anschlusssicherungen, einem Energiezähler, Hauptsicherungen und dem obligatorischen FI-Schutzschalter. Da auf Baustellen viele verschiedenen Elektrohandwerkzeuge verwendet werden, müssen alle Steckdosen mit FI-Schutz versehen werden. Für Wechselstrom-Steckdosen empfiehlt sich ein FI-Schutz mit einem Nennfehlerstrom von 30mA und für sonstige Steckdosen ein FI-Schutz mit einem Nennfehlerstrom von 500mA.

Auf Grund der besonderen Belastung auf Baustellen sollten Gummischlauchleitungen verwendet werden. Alle Leitungen müssen fest und zugentlastet angeschlossen sein und sollten nach Möglichkeit geschützt verlegt werden.

Inbetriebnahme
Jede elektrische Anlage muss vor Inbetriebnahme, nach Änderung und nach Instandsetzung sowie in angemessenen Zeitabständen von einer Elektrofachkraft  geprüft  werden (§ 5 BGV A3 oder § 5 GUV-V A3). Die Inbetriebnahmeprüfung der Installation ist gemäß der in VDE 0100-600 festgelegten Maßnahmen durchzuführen. Die Häufigkeit der Wiederholungsprüfungen richtet sich nach den Festlegungen in der Gefährdungsbeurteilung, deren Umfang wiederum in VDE0105-100 festgelegt wird.

Je nach den Umgebungsverhältnissen können die Prüffristen leicht schwanken: verkürzte Fristen bei großer Feuchtigkeit und starker Beanspruchung sowie im Einzelfall auch längere Fristen, wenn geeignete Ersatzschutzmaßnahmen festgelegt wurden.

Auf Baustellen darf und sollten man also nichts dem Zufall überlassen! Als ausgewiesener und zertifizierter Betrieb stehen wir Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Ihr Team von
Elektro Koelmann

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